Anfang Mai bis Anfang September 2007: Das Hobeln und Anpassen der Planken

Die Planken bilden die Außenhaut des Schiffs. Sie sind in der Regel schmale Bretter, die längsschiffs, also von vorne nach hinten, horizontal zur Wasserlinie verlaufen. Die Form jeder einzelnen Planke wird mit Hilfe einer Schablone direkt am zuvor erstellten Mallengerüst abgenommen und anschließend auf eine Bohle aus Lärchenholz übertragen. Lärchen gehören zu den so genannten Kernholzbäumen, ihr Holz ist schwer und sehr harzhaltig. Auf Grund dieser Eigenschaft erweist es sich als besonders dauerhaft und ist daher als Baustoff im Außenbereich - vor allem auch im Kontakt mit Wasser - hervorragend geeignet.

Nach der Übertragung der Plankenform auf die Bohle wird diese ausgesägt und anschließend mit dem so genannten Dicktenhobel auf eine Dicke von vier Zentimetern gebracht. Die Bearbeitung der schmalen Seiten erfolgt per Hand und fordert dem Team viel Schweiß und Muskelkraft ab. Der Umgang mit den 14 bis 16 Meter langen Planken wird jedoch selbst in der geräumigen Werfthalle schnell zum Problem: Beim Hobeln des Plankenholzes auf die vorgesehene Dicke von vier Zentimetern wird dieses auf ganzer Länge einmal durch den Dicktenhobel hindurchgezogen. Aus diesem Grund muss sowohl vor dem Eingang in die Maschine als auch an ihrem Ausgang ausreichend freier Raum für die gesamte Planke vorhanden sein. Kurzentschlossen baut das Team daher ein Fenster der Werfthalle aus, um die Planke ins Freie führen zu können und so den benötigten Arbeitsraum zu schaffen.

Jede einzelne, horizontal verlaufende Plankenreihe bezeichnen Bootsbauer als Plankengang. Der Nachbau, den das Team von "Mit im Boot" umsetzt, verfügt insgesamt über acht solcher Plankengänge. Um später die Stabiliät des Rumpfes zu gewährleisten, erhält jede einzelne Planke auf jeder ihrer Schmalseiten 30 bis 35 Nutfräsungen, um sie später nach dem Nut-und-Feder-Prinzip mit den darüber und darunter liegenden Plankengängen verbinden zu können. Diese typisch mediterrane Bauweise ist auch bei den archäologischen Funden belegt - die Römer kannten dieses Bauprinzip also bereits und setzten es im Schiffsbau um. Für das sehr arbeitsintensive Fräsen der Nuten lassen sich die Teammitglieder eine pfiffige Lösung einfallen: Nachdem anfangs zwei Mitarbeiter die Nutränder auf der einen, dann auf der anderen Seite mit der richtigen Schrägung vorbohren und anschließend die Nut mit einer Langlochfräse nachbohren mussten, entwerfen sie zur Arbeitserleichterung eine schräge Schablone, die es ermöglicht, den ganzen Vorgang in nur zwei Arbeitsschritten und mit nur einer Person durchzuführen.

Eine Besonderheit des Schiffs ist eine zusätzliche Vorsorge für die Dichtigkeit des Rumpfes, die so genannte Kalfaterung. Diese soll an den Plankennähten das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern. Die alten Römer verwendeten dafür Lindenbast, das Team von "Mit im Boot" greift zu in Teer getränktem Hanf, der dieselbe Aufgabe erfüllt. Um die Wasserdichtigkeit der Plankengänge weiter zu erhöhen, werden die Übergangsbereiche von einer Planke zur anderen mit Kitt verschmiert.

Datum:
1. Mai 2007