Ende Oktober bis Ende November 2007: Der Bau der Duchten
Die Duchten, also die Sitzbänke des Schiffs, auf denen später die Ruderer Platz finden sollen, werden getreu dem antiken Vorbild von den Teammitgliedern aus Eiche gefertigt. Eichen gehören zu den Harthölzern und weisen eine hohe Verrottungsbeständigkeit auf. Das erklärt auch, weshalb sie schon in der Antike im Haus- und Schiffbau sehr beliebt war.
Insgesamt werden für den Nachbau zehn Duchten hergestellt, die jeweils von einer Bordwand des Schiffs bis zur anderen reichen. Sie verlaufen also durchgehend über die gesamte Breite des Schiffs und stellen auf diese Weise neben ihrer Funktion als Ruderbänke auch gleich die obere Aussteifung des Rumpfes dar, die verhindert, dass das Schiff später unter Wasserdruck zusammenfallen kann. Damit die Duchten, insbesondere bei Belastung, nicht nach unten durchhängen und gegebenenfalls sogar brechen, liegen sie auf halber Breite auf einer Duchtstütze auf, die direkt auf dem so genannten Kielschwein oberhalb des Kiels steht. So wird auch ein unnötiges Wippen der Bänke vermieden und die Ruderkraftübertragung optimiert. Die fertigen Duchten werden in das Bargholz, den zweitobersten Plankengang, eingelassen. Sind sie richtig positioniert, werden sie vernagelt und so verankert, dass die Ruderer später eine feste Sitzfläche haben, gegen die sie sich beim Durchziehen der Riemen, so der Fachausdruck für Ruder, stemmen können.
Auf den zehn Bänken des Nachbaus sollen später 20 Ruderer Platz finden, das heißt auf jeder Ducht sitzen zwei Ruderer, einer auf der einen, der andere auf der anderen Bootsseite. Die Ruderer sitzen mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, und jeder von ihnen bedient einen Riemen. Zur Komplettierung der Besatzung befinden sich zusätzlich ein Rudergänger und ein Schiffsführer an Bord. Der Rudergänger sitzt im Heck des Schiffs und ist dort für die Handhabung der zwei Pinnen zuständig. Die Pinnen sind lange, hölzerne Hebel, die die Stellung der Ruder bestimmen und so dazu dienen, das Schiff zu steuern. Der Rudergänger erhält seine Befehle, ebenso wie die Ruderer, vom Schiffsführer, der über Route und Geschwindigkeit des Schiffs entscheidet.
Als eher unwahrscheinlich stufen Christoph Schäfer und sein Team die Vermutung ein, dass zwischen den beiden Ruderern auf einer Ducht noch ein zusätzlicher "Fahrgast" Platz gefunden haben könnte. "Viel Freiraum wird es später zwischen den Ruderern nicht geben", sagt Teamleiter Gerrit Wagener, "ein Fahrgast wäre für die Ruderer und damit für das Vorankommen des Schiffs mit großer Wahrscheinlichkeit sehr hinderlich gewesen". Auch auf diese Frage sollen die geplanten Testfahrten eine verlässliche Antwort geben.
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