Mitte November 2007 bis Bauende: Der Bau der Riemen

Die Riemen, also die Ruder für das römische Kriegsschiff, werden aus Fichte hergestellt, die aus Schweden kommt und im wahrsten Sinne des Wortes "astrein" sein muss. Fichtenholz ist besonders leicht und langfaserig, das heißt, dass es aufgrund seines relativ geringen Gewichts für die Ruderer besser zu handhaben ist und sie nicht so schnell ermüden. Dies war für die römische Flotte von besonderer Bedeutung, damit ihre Schiffe schnell und flexibel waren. Die langfaserige Struktur des Fichtenholzes ist der Grund dafür, dass es nicht so leicht bricht und daher der hohen Belastung während des Ruderns gut standhält. Die Teammitglieder achten genau darauf, dass sich keine Äste oder Astlöcher im Holz befinden, denn diese könnten später zu Sollbruchstellen führen und die Stabilität der Ruder gefährden.

Aus einer Fichtenholzbohle schneidet das Team jeweils zwei Riemen aus. Dabei müssen aus dem Vierkantholz zwei runde, glatte Stiele mit jeweils einem flachen Ruderblatt entstehen. Jeder Riemen ist etwa fünf Meter lang. Der Stiel läuft konisch zu, um das Umgreifen des Riemens beim Rudern zu erleichtern und zugleich für einen Gewichtsausgleich gegenüber dem schwereren Ruderblatt zu sorgen. Sämtliche Arbeiten an den Riemen werden von Hand ausgeführt. Nach und nach schälen sich die Riemen aus den Fichtenholzbohlen und werden anschließend in ihre endgültige Form gebracht. Die Gleichförmigkeit aller Riemen ist durch eine vorher angefertigte Schablone gesichert, die die Grundlage für jedes der insgesamt dreißig Ruder ist. Zehn Riemen sollen später auf der Tour, die das Schiff unter anderem über Donau, Rhein, Lippe und Ems führen wird, als Reserve an Bord mitgeführt werden, um für den möglichen Fall des Verlusts eines Ruders gerüstet zu sein.

Der Bau und die Bearbeitung der Riemen sind sehr zeitaufwendig. Nach dem Zuschnitt und Feinschliff der Riemen steht abschließend eine Behandlung mit "Le Tonkinois" an, einer Mischung aus Chinabaumöl und Leinöl, die das Holz vor Witterungseinflüssen schützt. Bevor die Riemen später in Betrieb genommen werden, erhalten sie an der Stelle, an der sie auf der Bordwand, dem Dollbord, aufliegen, eine schützende Ummantelung aus Leder, um Abrieb zu verhindern. Mit Hilfe einer Riemenaufhängung aus Eiche werden die Riemen dann am Dollpflock fixiert, so dass sie bei Ruderbewegungen nicht verrutschen können und eine optimierte Kraftübertragung ermöglicht wird.

Datum:
15. November 2007