über das Projekt

Um das Ausstellungsprojekt „Imperium Konflikt Mythos. 2000 Jahre Varusschlacht“ schon im Vorfeld europaweit anzukündigen, wurde 2008 ein archäologisches Experiment vom Stapel gelassen: Der Nachbau eines römischen Kriegsschiffes. Das nach originalen Fundstücken rekonstruierte Boot sollte nach seiner Fertigstellung auf Wasserwegen kreuzen, die die Römer schon zur Zeit des Kaiser Augustus befahren haben: Donau, Rhein, Lippe, Ems, Weser und Nordsee. Völlig offen war zuvor jedoch die Frage nach dem Leistungsvermögen derartiger Schiffe. Niemand wusste, wie schnell eine Besatzung lernen konnte, mit einem für seine Zeit so hoch entwickelten Fahrzeug umzugehen, welche Geschwindigkeiten zu erzielen waren, wie gut es zu manövrieren war und wie effektiv das Segel auf den Strömen des alten Germanien eingesetzt werden konnte.

Von den Antworten auf diese Fragen erwarteten sich die beteiligten Wissenschaftler weit reichende Erkenntnisse im Hinblick auf die Etablierung der römischen Herrschaft auf germanischem Boden. Da die herkömmlichen Quellen schweigen, ließen sich neue Ergebnisse nur mit den Mitteln der Experimentellen Archäologie gewinnen. Die Durchführung des entsprechenden Forschungsprojekts übernahmen Althistoriker der Universität Hamburg in enger Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen Lippe und Bootsbauer der Werft von Jugend in Arbeit Hamburg e. V. So wurde auf der Grundlage des archäologischen Befundes ein römisches Kriegsschiff aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. in Originalgröße rekonstruiert und konnte anschließend in umfangreichen Testfahrten erprobt werden.

Fachkompetenz im Nachbau und der Erprobung eines antiken Kriegsschiffes war in Hamburg bereits vorhanden, denn nicht zuletzt waren Hamburger Wissenschaftler und Studierende, ebenfalls unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Schäfer, bereits am Bau und der Erprobung einer spätantiken Galeere in Regensburg beteiligt.